Arbeitspaket 4

Dargebotsanalyse und Bedarfsbereitstellung/Speicherung

Arbeitspaketkoordinator: Bastjan Kebinger (COPLAN AG)

Im Arbeitspaket 4 werden unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Arbeitspaketes 3 und unter Beteiligung aller Stakeholder eine Dargebotsanalyse für Nutzwasser als mögliche alternative Wasserressourcen sowie Optionen des Nutzwassertransportes und der Nutzwasserspeicherung erarbeitet.
Ein Ziel dieses Arbeitspaketes ist es bestehende und zukünftige Potentiale der Nutzwassergewinnung aus dem Kläranlagenablauf zu ermitteln mit dem Ziel, die existierenden Sportflächen, das Stadion, das Eisstadion und Konversionsflächen im Norden der Stadt sowie die Landesgartenschau 2026 mit Nutzwasser zu versorgen. Neben der Dargebotsanalyse ist der Transport des Nutzwassers eine weitere zentrale Fragestellung dieses Arbeitspaketes. Dabei gilt es Transportlösungen in die bestehende Infrastruktur zu integrieren. Im Detail soll die technische Machbarkeit einer Druckrohrleitung (DN 50) im Schmutzwasser Hauptsammler (DN 2300/1750) der Stadt Schweinfurt geprüft werden (Pipe-in-pipe Lösung).
Auf der Grundlage der bereits erfolgten Dargebotsanalyse wird auch die Wasserwiederverwendung zur landwirtschaftlichen Bewässerung untersucht. Auch hier wird die technische Machbarkeit einer Druckrohrleitung auf Grundlage der Ergebnisse des Arbeitspaketes 3 geprüft. Die Verbrauchsstelle liegt im Gemüseanbaugebiet Gochsheim, das als virtuelles Reallabor fungiert. Ziel ist es, die etablierte Bewässerungsinfrastruktur in Form dezentraler Einzelbrunnen, die als Saugbrunnen betrieben werden, weiter zu nutzen. Hier hat sich das übermäßige Absenken der Grundwasseroberfläche und die damit verbundene Leistungsminderung der Beregnungsbrunnen in Trockenjahren als begrenzender Dargebotsfaktor erwiesen. Die Nutzwasseranwendung im Reallabor Gochsheim sieht für die landwirtschaftliche Beregnungspraxis keine betrieblichen Änderungen vor. Die Bewässerung soll auch weiterhin aus dem oberflächennahen Grundwasser über die vorhandenen Saugbrunnen erfolgen. Dem Absenken des Grundwasserspiegels soll eine Grundwasseranreicherung mit Nutzwasser aus der Kläranlage Schweinfurt bei Bedarf entgegenwirken.